2. Rennen | Cup & Tourenwagentrophy                   20.-22. Mai 2016 Oschersleben                                     Preis der Stadt Magdeburg

Nach dem sehr erfolgreichen Auftakt in Hockenheim, freuten wir uns umso mehr auf unser „Heimrennen“ auf dem anspruchsvollen Kurs in der Magdeburger Börde.

 

Was dem Bobbele sein Wimbeldon, ist für uns gleichbedeutend der Mikey Mouse Kurs, nahe klein Wanzleben, Hohendodeleben und nicht zu vergessen Ausleben. Das sind keine Gemütszustände, wie man vielleicht vermuten möchte, sondern tatsächlich Ortschaften nahe der Rennstrecke, auf der wir uns ein bisschen heimisch fühlen – unser Wohnzimmer um bei bum bum Boris zu bleiben.

Dies ist trotz der Entfernung von gut 130 km zu unserem Wohnort Hildesheim so, da wir viele Jahre im Börde Sprint Cup, der Hausrennserie der Motopark Arena, gestartet sind und dort viele Schlachten geschlagen haben.

 

Aufgrund der kurzen Anreise, hatten sich Familie, Freunde und Sponsoren als Gäste und Unterstützung auf nach den Weg nach Oschersleben gemacht.

 

Die zusätzlich gedrückten Daumen auf der Tribüne schienen zu wirken, so konnte ich den TT in einem packenden Qualifying in der letzten Runde, gerade noch vor Ablauf der Sitzungszeit, in die erste Startreihe stellen und musste mich lediglich Manuel Rubow im Seat Leon Supercoppa geschlagen geben.

 

Im Zeittraining zu Rennen 2 war mein Vater Axel an der Reihe. Erfahrungsgemäß werden die Rundenzeiten im späteren Training immer schneller und so sollte es auch an diesem Tag sein, was Axel aber nicht davon abhielt einen starken sechsten Platz zu erreichen, was Reihe drei für Rennen 2 bedeutete.

 

Die Weichen waren also auf Angriff gestellt und wir hatten uns viel vorgenommen, auch wenn uns bewusst war, das diese Rennen alles andere als leicht werden würden. In unserer Klasse scharrten mit Marcus Gesell, Fabian Erle und Co., jede Menge schneller Jungs hinter uns mit den Hufen. Außerdem hatte Manfred Lewe den leistungsstärkeren WTCC Seat Leon am Start.

 

Am Samstagmorgen startete der Erste Lauf mit für mich freier Sicht aus Startreihe eins. Die Anspannung war hoch, da die erste Kurve in Oschersleben, ein 90 Grad Linksknick, maximal Platz für zwei Fahrzeuge nebeneinander bietet.

 

Nach absolvierter Einführungsrunde, in der die Reifen und Bremsen bestmöglich auf Betriebstemperatur gebracht werden müssen, bog das Safetycar in die Box und das Feld in der vorgeschriebenen Zweierreihe im Paarflug zum „fliegenden Start“, die Ampel noch rot geschaltet, auf die Start-Ziel Gerade ein – endlose Sekunden – GRÜN. Ich hatte einen super Start erwischt und konnte mich direkt auf der Innenbahn behaupten. Zwischen dem pole sitter Manuel Rubow und mir schoss Manfred Lewe im WTCC Seat Leon durch und setzte sich noch vor der ersten Kurve an die Spitze. Ich konnte Rubow innen ausbremsen und ging so als Zweiter auf die Verfolgung von Lewe. Wie in einem Sprintrennen üblich, war es von vorne weg ein sehr schnelles Rennen so musste ich in den ersten Runden mehrmals innen vor der Kurve Kampflinie fahren, um meinen Platz behaupten zu können. Hinter mir fuhren mit geringen Abstand, Manuel Rubow und der schnelle Fabian Erle, ebenfalls im Seat Leon, im Windschatten. Ich konnte mich nur mühsam absetzten und hoffte, dass Erle Rubow attackieren wird, was auch nicht lange auf sich warten ließ. Da man im Zweikampf immer etwas Zeit verliert, war die Chance gekommen mich abzusetzten. Ich brauchte jetzt, solange die beiden Seat hinter mir sich nicht über die Vorfahrt einig waren, schnelle Rundenzeiten. Nun quetschte ich alles aus dem TT raus, Fabian Erle war nach einigen Runden an Manuel Rubow vorbei gekommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich mir bereits ein Polster von 6 Sekunden herausgearbeitet. Allerdings machte sich gegen Halbzeit des Rennens der linke Vorderreifen bemerkbar, der von Runde zu Runde spürbar weniger Haftung bot. Dies zwang mich dazu taktischer zu fahren, in der Hoffnung, nicht an Boden zu verlieren. Das schnelle Tempo am Anfang hatte den Reifen ziemlich in Mitleidenschaft gezogen.

 

Inzwischen hatte ich mir von der Box die bei jeder Zieldurchfahrt den Abstand auf den Drittplatzierten Fabian Erle via Funk durchgeben lassen, den ich konstant auf 6 Sekunden halten konnte. Manfred Lewe war auf und davon, mein Ziel war es nun, den Zweiten Platz ins Ziel zu bringen, was Platz Eins in unserer Klasse bedeutet hätte.

 

Doch dann passierte es. Drei Minuten vor Rennende heulte der Motor, ausgangs Turn zwei beim beschleunigen, ohne Vortrieb zu erzeugen, auf. Mir war sofort klar, was da los war. Die Antriebswelle hatte ihren Dienst quittiert und mein Rennen war gelaufen. Ich musste den TT am Streckenrand abstellen, Ende, aus, vorbei. Wie bitter!!!

Unser erster Sieg, der scheinbar sichere Platz auf dem Podium, war dahin.

 

Die Enttäuschung war groß. Mein Sohn, der sich schon bereit gemacht hatte mit auf das Podest zu steigen, tat mir fast am meisten leid. Viel Zeit für Selbstmitleid blieb aber nicht, nun hieß es zu schauen, ob der Schaden bis zum zweiten Rennen zu beheben ist, da Axel ebenfalls von aussichtsreicher Start-Position auf Punktejagt gehen wollte.

 

Nach intensiven Untersuchungen der Crew, entschieden wir uns die Antriebswelle nicht zu tauschen, da wir keinen Schaden an selbiger feststellen konnten. Ein kurzer Test stellte sich tatsächlich nicht so dar. Die Vermutung war, dass der TT zu heiß geworden war und deshalb automatisch in den Notlauf geschaltet hatte, um einen Motorschaden zu vermeiden.

 

Axels Rennen fand am Nachmittag statt, was mir etwas Sorge wegen der höheren Temperaturen, im Gegensatz zum morgentlichen Rennen, bereitete.

Im Vorstart spielte dies aber keine Rolle mehr, wir konzentrierten uns jetzt nur noch auf das Rennen meines Vaters und bereiteten das Fahrzeug dementsprechend routiniert vor.

 

Im Rennen erwischte Axel dann einen super Start, konnte gleich Positionen gut machen und kam an 5. Position aus der Ersten Runde an Start-Ziel vorbei. Das Rennen schien einen guten Verlauf zu nehmen, Axel konnte das Tempo der schnellen Spitzengruppe mitgehen, doch bevor es für ihn richtig los gehen sollte, war es auch schon wieder vorbei. Via Funk teilte mein Vater mir mit, dass er ebenso wie ich vorher, keinen Vortrieb mehr hat. Auch mein Vater Axel musste den Audi in der Box abstellen.

 

Es sollte scheinbar an diesem Wochenende nicht sein, alles gegeben und doch nichts geholt.

 

Etwas geknickt haben wir uns dann auf den Heimweg gemacht, vorher haben wir aber noch einen Zwischenstop beim Audi Zentrum Wolfsburg eingelegt, wo wir den TT zwecks Fehlersuche direkt in die Werkstatt gebracht haben.

Schließlich wollten wir in vier Wochen beim dritten Lauf der CTT am Nürburgring wieder an der Startlinie stehen.

Die Jungs vom Audi Zentrum Wolfsburg hatten auch ziemlich schnell herausgefunden, dass die linke Antriebswelle tatsächlich, wie anfänglich vermutet, der Auslöser war.

 

Was lernen wir aus diesem Wochenende: „to finish first, you have to finish first“

Wir hatten einen super Speed aber leider hat uns die Technik ausgerechnet an diesem Wochenende zum Ersten Mal, bei unserem sonst so zuverlässigen Audi TT, einen Streich gespielt.

 

Um es vorweg zu nehmen: Leider konnten wir am Nürburgring und auch beim darauffolgenden Rennen in Spa nicht an den Start gehen, da ich mich leider kurzfristig einer ungeplanten OP unterziehen musste (Deshalb auch der verspätete Bericht :-)). Das Rennen in Assen, Mitte August wird auch noch zu früh für mich kommen, aber wir hoffen im September in Zandvoort wieder mit von der Partie zu sein.

 

Drückt uns die Daumen

 

sportliche Grüße

Jesco

Fotos - 2. Rennen | 20.-22. Mai 2016 Oschersleben - Preis der Stadt Magdeburg
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